HIER GIBT ES NICHTS ZU ERKLÄREN,
BITTE GEHEN SIE WEITER
„In der Mitte, wo es langweilig wird, erklären Filmemacher mit Bildern die Welt.“
(Bert Rebhandl).
Kaum jemand kennt sie nicht: Die SENDUNG MIT DER MAUS (WDR) gilt dem Dokumentarfilm für Kinder als beliebte Referenz. Ein paradigmatisches Missverständnis, das nicht-fiktionales Erzählen mit der filmvermittelnden Praxis teilt. Während ersteres nicht im Verständlichmachen der Welt aufgeht, ist zweitere nicht auf das Erklären ihres Gegenstandes zu reduzieren. Ob Überschuss-„Berichterstatter“ (Rebhandl), charismatischer „Passeur“ (Bergala) oder „unwissender Lehrmeister“ (Rancière): Die pädagogische Praxis gestaltet Vermittlung bewusst – oder reproduziert Ausschluss unreflektiert; immer schon eingebunden in ein „Beziehungsgeflecht“ (Bachmann). Daraus folgt, dass dem Gestalten dieser Begegnung nicht nur kreativer Spielraum, sondern auch Macht und damit Verantwortung zukommt. Grund genug, den Festivalfokus 2026 auf unseren Anspruch zu richten, Bildung mit Bildern herauszufordern.
Wir danken Vision Kino für die Zusammenarbeit.
WIE GELINGT ES INKLUSIV?
Aufbauend auf den Werkstatt-Gesprächen CARING FOR FRICTION in 2025 widmet DOXS RUHR die 14. Ausgabe der Weiterentwicklung pädagogischer Angebote – vielschichtige Fragen, deren Reflektion den zeitlichen Rahmen des Festivalalltags sprengen würde. Also setzen wir Routinen aus und schaffen Raum für neue Formate: Austausch und Reflexionsrunden zu den Gesprächen im Kino, aber auch Input von außen. Vermittler Alejandro Bachmann (KHM, Köln) bearbeitet in seinem Workshop theoretische und politische Setzungen der Disability Studies auf Filmkultur. Die Theaterpädagogin Juliane Barz (Initiative Theater & Adultismus) widmet sich der „Augenhöhe“ und Haltung einer adultismussensiblen Filmbildung. Mit Sonia Franken (Tanzpädagogin und Choreografien, Köln) kommen die Körper im Workshop in Bewegung und ins Gespräch.
Gefördert von Aktion Mensch.
MATCH ODER MISMATCH?
Wenn Film und Publikum nicht miteinander können, muss das kein Drama sein. Wer vermittlerisch unterwegs ist, fragt sich aber, wie es gelingen kann, Filme, die inhaltlich und ästhetisch voraussetzungsvoll auftreten, einem heterogenen Publikum so zu präsentieren, dass es funkt und ein Austausch stattfindet. Am Beispiel des Films DO YOU LOVE ME reflektieren wir mit Arsenal-Kinoleiterin Birgit Kohler das Sprechen über Film mit Publikum und Filmemacher*in und erarbeiten Impulse für Moderationen.
Welche Bedeutung haben Erinnerung, Vergangenheitsaufarbeitung und kollektive Erzählungen für gesellschaftlichen Zusammenhalt? Ein zweiter Workshop widmet sich den entwicklungspolitischen Hintergründen dieses vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilms. Dabei richtet sich der Blick auf den Libanon als Gesellschaft, deren Umgang mit der Vergangenheit bis heute von unterschiedlichen, teils widersprüchlichen Erinnerungen geprägt ist. Ausgehend vom Film diskutieren wir die Bedeutung von Erinnerungskultur für Friedens- und Transformationsprozesse.
EINE KOOPERATION MIT ENGAGEMENT GLOBAL
Engagement Global gGmbH kooperiert mit DOXS RUHR im Rahmen des Programms Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland (EBD). Das Programm zielt darauf, Menschen durch Informations- und Bildungsmaßnahmen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit globalen Entwicklungen zu motivieren und zu eigenem Engagement zu ermutigen. Das Programm nutzt u.a. kulturelle und insbesondere filmische Bildungsformate, um im Sinne des Globalen Lernens vielfältige Perspektivwechsel anzuregen.